Neurodermitis

Sie tritt in Schüben auf und zählt zu den häufigsten chronischen Hautkrankheiten.

Hand Neurodermitis

Quälender Juckreiz mit Hautausschlägen besonders an den Beugeseiten von Armen und Beinen prägen das typische Erscheinungsbild einer sogenannten "atopischen Dermatitis" - auch als "atopisches Exzem" bezeichnet. Durch verschiedene Faktoren ist die Barrierefunktion der Haut bei den Betroffenen gestört.

Als der Begriff „Neurodermitis“ geprägt wurde, glaubte man zunächst, dass es sich um eine Nervenentzündung handele. Auch wenn diese Ursache inzwischen ausgeschlossen wird, ist der Begriff immer noch geläufig.

Überblick Neurodermitis

Symptome und Diagnose

Zahlreiche Kriterien

Bei Kleinkindern findet man mit dem Milchschorf eine frühe Form des atopischen Ekzems. Später zeigen sich die meisten Symptome an Gesicht und Hals, Händen sowie Ellenbogen und Kniekehle. 

Es gibt zahlreiche Kriterien, nach denen das atopische Ekzem diagnostiziert wird. Dazu zählen der typische Zustand der Haut, die viel empfindlicher und trockener ist, als bei Gesunden, Juckreiz und eine entsprechende Anamnese, die nicht nur den Patienten, sondern auch dessen Familie miteinbezieht. Auffällig ist, dass viele Atopiker zusätzlich unter Allergien leiden.

Einige charakteristische äußere Merkmale gehören zu den sogenannten Atopiestigmata: trockene Haut, eine ausgedünnte seitliche Augenbrauenpartie (Hertoghe-Zeichen), eine doppelte untere Lidfalte (Dennie-Morgan-Falte) und die entgegengesetzte Gefäßreaktion beim Kratzen – es bilden sich nicht rote sondern weiße Streifen (weißer Dermographismus).

Der  Schweregrad eines atopischen Ekzems lässt sich mit verschiedenen Scores ermitteln. In Europa wird hauptsächlich SCORAD (Scoring Atopic Dermatitis) verwendet.

Ursachen

Juckreiz führt zum Teufelskreis

Trotz vieler neuer Untersuchungen ist eine eindeutige Ursache bisher nicht geklärt worden. Vermutet wird ein Zusammenspiel aus genetischer Disposition, einer Störung des Immunsystems und Umwelteinflüssen. Hinzu kommt oft eine Verstärkung der Symptome bei psychischer Belastung.

Die Empfindlichkeit der Haut führt dazu, dass bestimmte Fasern bei Kontakt einen Juckreiz auslösen. Doch das Kratzen, um den Juckreiz zu beheben, kann bei der trockenen Haut, die keine ausreichende natürliche Barrierefunktion aufweist, schnell zu Infektionen und/oder Ekzemen führen. Es bilden sich entzündliche Areale, die dann nässen und schließlich verkrusten.

Da die Erkrankung oft in Schüben mit unterschiedlich stark ausgeprägten Reaktionen verläuft, ist die Behandlung für die Betroffenen oft ein Teufelskreis: Kommt es zu einer Verschlechterung und ist dies auch für Menschen im Patientenumfeld sichtbar, wirkt sich das belastend auf die Psyche aus. Eine psychische Belastung verschlimmert aber ebenfalls die Symptomatik.

Therapie

Aufbau der Schleimhäute

Obwohl immer mehr Menschen – hauptsächlich Kinder – ein atopisches Ekzem entwickeln, gibt es auch eine gute Nachricht: die Symptome verringern sich oft mit dem Älterwerden und verschwinden bei vielen mit Beginn der Pubertät sogar ganz. Etwa ein Drittel der Betroffenen leidet als Erwachsener unter den Symptomen.

Bis dahin müssen viele Betroffene allerdings einen langen Leidensweg gehen, weil nur die Symptome behandelt werden, meistens in Form von Glukocorticoiden, die ihrerseits Nebenwirkungen haben können. Und da Atopikern ohnehin schon ein überschießendes Immunsystem zu schaffen macht, gesellen sich meist auch noch Nahrungsmittel- und andere Allergien hinzu.

Schleimhäute durchziehen den gesamten Körper und sind auf lymphatischen Wege miteinander verbunden - auch mit der Haut. Ein funktionierendes Immunsystem kann nur erreicht werden, wenn die Schleimhäute intakt sind. Mit einem Therapeutikum für Schleimhäute können atopische Erkrankungen verbessert werden.

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