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Bauchspeicheldrüsen Schwäche

Verdauungsschwäche der Bauchspeicheldrüse

(Exokrine Pankreasinsuffizienz)

Die Bauchspeicheldrüse produziert mehr als 20 Enzyme, die die Bestandteile unserer Nahrung verdauen helfen. Gleichzeitig produziert sie die Hormone Insulin und seinen Gegenspieler Glukagon, die zusammen den Blutzuckerspiegel regulieren.

Während Insulin und Glukagon in den Langerhans’schen Inseln gebildet und von dort direkt in das Blut gelangen, werden die Enzyme in einem stark alkalischen Saft (pH 8,3 - 9,0) über einen speziellen Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm geleitet. Zusammen mit dem Gallengang mündet der Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm. Erst hier werden insbesondere die eiweißverdauenden Enzyme aktiviert. Sonst würde sich die Bauchspeicheldrüse selbst verdauen.  
 
Fehlen Enzyme, kann die Nahrung vom Körper nicht mehr vollständig aufgenommen werden. Sie gelangt weitgehend unverdaut in die unteren Darmabschnitte, in denen Bakterien normalerweise nur noch sogenannte Ballaststoffe vorfinden. Wird für diese Bakterienflora der Tisch auf diese Weise nun überreichlich gedeckt, führt dies zu Blähungen und Bauchkrämpfen. Die Bakterien können sich stark vermehren und in die Bereiche des Darmes auswuchern (Overgrowth-Syndrom), in denen sie normalerweise nicht anzutreffen sind.

Es kann aber auch zu Durchfällen mit stetiger Gewichtsabnahme kommen. Das hat zur Folge, dass sich die Darmflora ebenfalls verändert und die Darmschleimhaut atrophierte Darmzotten aufweist. Durch die schlechte Fettverdauung können Fettstühle auftreten.

Bei länger anhaltender Bauchspeicheldrüsen-Unterfunktion kommt es zu einem Mangel lebenswichtiger Vitamine – insbesondere der fettlöslichen wie Vitamin A (Nachtblindheit), Vitamin D (Knochenstoffwechsel), Vitamin E (Haut), Vitamin K (Gerinnungsstörungen) - und dadurch bedingter weiterer Beschwerden (Maldigestion). Spurenelemente wie Zink können nicht mehr ausreichend resorbiert werden.

Die Ursachen für eine Bauchspeicheldrüsen-Unterfunktion sind sehr vielfältig.
Oft ist eine akute Bauchspeicheldrüsen-Entzündung vorausgegangen, etwa durch eine Gallenwegserkrankung, die den Abfluss des Bauchspeichels verhindert. Virusinfektionen können ebenfalls eine akute Entzündung hervorrufen.

Meist schleichend verläuft die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung und hier ist übermäßiger Verzehr von Alkohol die häufigste Ursache. Weit seltener sind die Einnahme von Medikamenten oder Erkrankungen wie Mukoviszidose der Grund für die Entzündung.

Ein Tumor kann die Funktion der Bauchspeicheldrüse einschränken, leider auch ein operativer Eingriff.

Aber es gibt weit subtilere Gründe, warum eine Enzymproduktion der Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend funktioniert, etwa eine unzureichende Magensaftsekretion: der stark saure Speisebrei aus dem Magen gelangt zum Zwölffingerdarm und löst dort den Reiz zur Enzymausschüttung der Bauchspeicheldrüse aus. Ist der Speisebrei jedoch nur wenig sauer, werden auch nur wenige Enzyme ausgeschüttet.

Schließlich lässt mit zunehmenden Alter die Produktion der Verdauungs-Enzyme nach.


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