Colitis ulcerosa

Die Ursachen von chronischen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa hängen von vielen Faktoren ab.

Colitis Ulcerosa Darstellung

Entzündungen im Darm

Die Colitis ulcerosa ist eine Entzündung des End- und Dickdarms, die in der Regel nur die oberflächliche Schleimhaut einbezieht. Die Entzündung breitet sich unterschiedlich weit nach oben aus. Wenn die Entzündung auf den Enddarm beschränkt ist, wird sie Proktitis genannt. Greift die Entzündung auf den gesamten Dickdarm über, so ist das sogenannte Vollbild der Erkrankung eingetreten.

Die meisten Menschen nehmen die Existenz der Erkrankung erst bei Durchfällen oder Verstopfung wahr. In der Regel ist der Verlauf bei einer chronischen Entzündung des Darms langsamer als bei der akuten Form (z.B. infektiöse Colitis). Jedoch verläuft eine Colitis ulcerosa nicht selten in Schüben.

Überblick Colitis ulcerosa

Ursachen

Die Ursachen für die Krankheitsentstehung sind noch nicht restlos aufgeklärt, neben einer erblichen Veranlagung spielen eventuell Infektionen mit Viren und Bakterien, Ernährungsgewohnheiten und auch z.B. Rauchen eine Rolle. Man geht davon aus, dass die Colitis ulcerosa durch mehrere Faktoren ausgelöst wird, man spricht von einem multifaktoriellen Geschehen.

Als gesichert muss angesehen werden, dass Umwelteinflüsse eine Rolle spielen, da die Colitis ulcerosa an Häufigkeit zunimmt und in den hochtechnisierten Ländern der Welt viel häufiger als in allen anderen Regionen vorkommt. Die Rolle von psychischen Faktoren ist umstritten.

Die überwiegende Meinung ist, dass psychische Belastungen zwar einen Schub der bestehenden Erkrankung auslösen können, aber nicht ursächlich für das Entstehen der entzündlichen Darmerkrankung sind.

Zahlreiche Untersuchungen sprechen dafür, dass sich aufgrund einer individuellen Veranlagung Abwehrreaktionen des körpereigenen Immunsystems gegen Bestandteile im Darm richten.

Aus Zwillings- und Familienuntersuchungen weiß man, dass Vererbungsfaktoren bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eine wichtige Rolle spielen. So haben eineiige Zwillinge von Betroffenen ein bis zu 40% höheres Risiko, ebenfalls zu erkranken. Bei Geschwistern und Kindern von Betroffenen liegt das Risiko nur bei 2-5%.

Symptome

Neben allgemeinen Krankheitszeichen, wie Leistungsabfall, Müdigkeit, Appetitverlust und gelegentlich Fieber, sind die wesentlichen Krankheitszeichen direkt auf den Darm zu beziehen.

Am häufigsten treten Blutungen beim Stuhlgang auf. Der Stuhlgang ist meist dunkel und mit Schleim vermischt. Es können auch Blutabgänge ohne Stuhl auftreten. Die Stuhlfrequenz kann 10 bis 20 mal pro Tag betragen. Zusätzlich werden Schmerzen im Dickdarm, in der Mitte des Unterbauches oder in der Kreuzbeingegend empfunden. Häufig verspüren die Patienten Schmerzen vor oder unmittelbar nach dem Stuhlabgang (Tenesmen).

Da mit dem Blut stets Eisen verloren geht, fehlt dem Knochenmark das notwendige Eisen zur Blutneubildung. Es entsteht eine sogenannte Eisenmangelanämie.

Die Krankheitssymptome treten schubweise auf.

Ein akuter Schub kann bis zu zwei Monate anhalten und mehrmals im Jahr auftreten. Dazwischen gibt es Phasen, die fast beschwerdefrei verlaufen. Der Allgemeinzustand verschlechtert sich, Müdigkeit und Blässe deuten auf eine Blutarmut und auf Eiweißmangel hin. Später können Sehschwäche (Uveitis), schmerzhafte Hautveränderungen an den Unterschenkeln (Erythema nodosum) und Gelenkentzündungen hinzukommen. Aber auch eine spontane Ausheilung ist in seltenen Fällen möglich.

Therapie

Die Therapie ist abhängig von der Schwere des Krankheitsbildes: Im akuten Schub werden Salicylate (5-ASA) wie Mesalazin und Glukocortikoide eingesetzt. Ist nur das Rektum befallen, können lokal anzuwendender Schaum oder Zäpfchen ausreichend sein. Bei immer wiederkehrenden Schüben wird die operative Entfernung angeboten.

Bei Komplikationen ist allerdings rasches Handeln erforderlich: Um den Entzündungsprozess einzudämmen, werden neben Antibiotika (Infusion) meist Kortikoide eingesetzt, die nach dem Abklingen der Entzündung wieder ausgeschlichen werden. Kommt es zu einer Notsituation (Darmdurchbruch, Fisteln), ist ein sofortiger operativer Eingriff erforderlich. In der Dauertherapie werde zunehmend stark immununterdrückende Medikamente eingesetzt.

Besondere Aufmerksamkeit bei der Ernährung

Obwohl keine spezielle Diätform für die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen empfohlen wird, liegt nahe, von der Ernährungsseite her alles zu tun, um den Darm nicht zu belasten und den Organismus mit allen notwendigen Nährstoffen ausreichend zu versorgen.

Bei Empfehlungen in Bezug auf die Ernährung ist entscheidend, in welchem Stadium der Erkrankung sich der Betroffene befindet. Insbesondere wenn ein akuter Schub vorliegt, kommt es auf eine bedarfsdeckende und gleichzeitig schonende Versorgung an. Weil es schwierig ist, den Energiebedarf zu decken, empfiehlt sich häufig eine bilanzierte Trinknahrung.

  • Den Tagesablauf nach festgesetzten, geregelten Mahlzeiten ausrichten, nicht die Mahlzeiten zwischen Tagesereignisse schieben
  • Langsam essen – ausreichend kauen und einspeicheln
  • Nichts essen, worauf man keinen Appetit hat, kurz vor dem Sättigungsgefühl mit dem Essen aufhören
  • Viel trinken - kein Alkohol
  • Körperliche Aktivität hilft bei der Stressminderung und bei der Anhebung der Stimmung
  • Nahrungsmittel, die beruhigend auf Magen und Darm wirken: Joghurt, Leinsaat, Äpfel, Fenchel, Bananen, Spargel, Preiselbeeren und Heidelbeeren soweit sie vertragen werden
  • Ungünstig: Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, hartschaliges Obst, säurereiche Lebensmittel, grob gemahlenes Getreide, stark kohlensäurehaltige Getränke

Die wichtigste Information für die Ärztin oder den Arzt sind die Beschwerden und ihre Auswirkungen auf den Alltag. Ein Wochenprotokoll kann hilfreich sein mit Angaben über die Häufigkeit des Stuhlgangs, den Stuhlzustand (hart, weich oder wässrig), Blutbeimengungen zum Stuhl, Bauchschmerzen, Allgemeinbefinden, Gewicht und Körpertemperatur.

 

Naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt eine Vielzahl an möglichen naturheilkundlichen Behandlung, die zunächst die Symptome lindern. Dazu gehören antientzündliche und entkrampfende Maßnahmen, die durch entsprechende Kräuter und/oder Öle (Weihrauch, Kurkuma, Ingwer, Kamille, Pfefferminze usw.), in Kombination mit physiotherapeutischen Maßnahmen angewendet werden.

Eine Schleimhauttherapie kann eine begleitende Ergänzung oder sogar ursächliche Alternative zu herkömmlichen Medikamenten sein. Eine geschwächte Immunbarriere, die chronische Entzündungen begünstigt, wird dadurch wieder aufgebaut.

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